Digitale Transformation der Arbeitswelt – Konzepte zur eigenständigen Umsetzung

Digitale Transformation der Arbeitswelt – Konzepte zur eigenständigen Umsetzung

Entstehungsgeschichte

Im Herbst 2021 hat der Landesverband das Projekt „Volkshochschule für die digitalisierte Gesellschaft und Arbeitswelt der Zukunft“ durchgeführt. Die Ergebnisse flossen in einen Aktionsplan zur Weiterentwicklung des Programmbereiches „Arbeit und Beruf“ ein. Auf dieser Grundlage fokussierte sich die Verbandsarbeit im Bereich der beruflichen Bildung im Berichtszeitraum auf die Chancen der der Digitalisierung für die Arbeitswelt.

Unter dem Titel „Digitale Transformation in der Arbeitswelt – Chancen für die berufliche Bildung in der Volkshochschule!“ veranstaltete der vhs-Landesverband NRW im Jahr 2022 zusammen mit dem Bundesarbeitskreis Arbeit und Beruf zwei hybride Workshops. Es ging um die Frage, wie Volkshochschulen ihr Programmangebot ausbauen müssen, um berufliche und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen systematisch zu stärken. Die Workshops nahmen Bezug auf das Gutachten „Inhaltliche und strukturelle Anforderungen an eine Weiterbildungslandschaft im Rahmen der digitalen Transformation der Arbeitswelt“, das Prof. Dr. Karin Dollhausen (DIE) im Auftrag der Enquetekommission „Digitale Transformation der Arbeitswelt in Nordrhein-Westfalen“ erstellt hat.

Am Ende betonte Prof. Dr. Karin Dollhausen Bezug folgende Aspekte für die Weiterentwicklung beschäftigungs- und kompetenzorientierter Bildung an Volkshochschulen:

  • Agilität und Flexibilität der Volkshochschulen auf Programmplanungs- und Organisationsentwicklungsebene,
  • Notwendigkeit der vhs-Arbeit und Programmentwicklung unter Unsicherheitsbedingungen,
  • Zielgruppen-/Kundenorientierung, Teilnehmendennähe als wegweisende Faktoren der Arbeitsweisen der Volkshochschulen,
  • Digitalisierung als selbstverständlicher, fest verankerter Teil der Bildungsangebote aller Programmbereiche.

 

Anschließend konzipierte die Arbeitsgruppe eine Reihe von Fortbildungen, die die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation für die Arbeit der Volkshochschulen thematisieren. Die Fortbildungen richteten sich vorrangig an vhs-Leitungen sowie an hauptamtliches pädagogisches Personal der Volkshochschulen in NRW mit Verantwortung für die Themenbereiche „Digitalisierung“, „Schlüsselkompetenzen/Future Skills“ sowie „Berufliche/Kompetenzorientierte Bildung“.

Konzepte zur eigenständigen Umsetzung

Für innovative Bildungs- und Beratungsangebote zu zukunftsgerechten gesellschaftlichen und berufsorientierten (Digital-)Kompetenzen sind vier Konzepte entstanden. Um Volkshochschulen dabei zu unterstützen, noch agiler auf gesellschaftliche Veränderungen und Trends zu reagieren, diese in ihre Arbeit als zukunftsgerechte Bildungseinrichtungen zu integrieren und sich auf diesem Wege weiter zu innovativen Kompetenzvermittlungszentren zu entwickeln, stellt der Landesverband der Volkshochschulen allen interessierten die Konzepte zur eigenständigen Umsetzung zur Verfügung.

Ein Hackathon ist eine Veranstaltung, die ursprünglich aus der Softwareentwicklung kommt. Hackathons werden organisiert, um kollaborativ Softwareprodukte herzustellen oder, all­gemeiner, um Lösungen für bestehende Probleme zu erarbeiten. Seit zwei Jahren führt die Volkshochschule Essen regelmäßig Hackathons durch, um die eigene Institution zusammen mit allen Mitarbeitenden zu verbessern. Das Konzept zeigt auf, warum die Methode perfekt in den Kontext von New Work passt und damit die notwendigen Transformationen für eine Arbeitswelt der Zukunft adressiert. Darüber hinaus beinhaltet das Konzept einen detaillierten Einblick in die Planung und Durchführung von Hackathons. [Zum Konzept]

Autor: Stephan Rinke, BA (HONS), MA

Er ist ausgebildeter Erziehungswissenschaftler, Anglist und Linguist. Seit 2005 arbeitet Stephan Rinke an der Volkshochschule Essen als Programmbereichsleiter für Sprachen. Mittlerweile ist er außerdem stellvertretender Direktor, pädagogischer Leiter und leitet die Stabsstelle Di­gitalisierung | Erweiterte Lernwelten. Seit einiger Zeit beschäftigt er sich im Rahmen seiner Leitungsfunktion mit agilen Methoden. Stephan ist Läufer, liebt indisches Essen und auch mal ein The Wee Dram Single Malt Scotch.

Wie optimieren Sie ihr Kursangebot? Wie planen Sie passgenau für neue Zielgruppen? Wie finden Sie heraus, warum ein geplantes Angebot „floppt“?

Mit der Zielgruppe zu sprechen anstatt über sie, ist der Ansatz der Methoden, die in diesem Konzept vorgestellt werden.

Mithilfe dieses Konzepts lernen Sie zunächst die Grundlagen der Milieuforschung kennen und erfahren, wie unterschiedlich die Erwartungen und Wünsche einzelner Gruppen an Weiterbildungs­angebote sind. Als passende Methode zur Angebotsplanung wird eine „Produktklinik“ vorgestellt, in der die Zielgruppe in die Entwicklung des Angebots einbezogen wird. Verschiedene Praxis­beispiele geben dabei einen Ausblick, dass sich die Wahl der Zielgruppe nicht unbedingt auf soziale Milieus beschränken muss, sondern sich die Methode auch zur Planung von Angeboten für ganz unterschiedliche, diverse Gruppen eignet. Der Methode „Produktklinik“ wird das „Speed-Dating“ gegenübergestellt. Mit praxisnahen Hinweisen unterstützt das Konzept bei der Durchführung eines Einführung-Workshops für das Team Ihrer Bildungseinrichtung zu partizipativen und teilnehmendenorientierten Planungsmethoden. [Zum Konzept]

Autorin: Alexandra Haas

Sie leitet die Fachbereiche Pädagogische Kompetenz und Deutsch an der Volkshochschule Rhein-Sieg. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit den Querschnittaufgaben Digitalisierung und Diversität/Barrierefreiheit. Sie ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Digitale Transformation der Gesellschaft und der Arbeitswelt“.

Elemente des Storytellings sind seit Anfang der 2000er-Jahre im Marketing populär. Dabei ist das Thema nicht neu: Spätestens seit Anfang der 1980er Jahre ist der heuris­tische Wert von Narrationen in der Organisationsforschung und -entwicklung bekannt.

Volkshochschulleitungen und vhs-Mitarbeitende im Themenbereich Digitalisierung können sich Erfolgsgeschichten nutzbar machen, die von einer gelungenen Einführung digitaler Technologien in den Organisationsalltag berichten oder von einer günstigen Positionierung der Volkshochschule in mächtige und turbulente Umwelten. Jedoch ist die Bearbeitung dieser Fallbeispiele mit zwei zentralen Problemen verbunden, nämlich dem der Vergleichbarkeit und dem der Übragbarkeit auf andere Volkshochschulen.

Die in diesem Konzept vorgestellte Kausalkarten-Methode sieht vor, Good-practice-Beispiele aufzunehmen und zu strukturieren, um einen idealtypischen Handlungsverlauf anhand einer Kausalstruktur sichtbar zu machen. Hierbei werden Kausalkarten genutzt, um eine Typologie gelungenen Leitungshandelns zu entwerfen. Es handelt sich um die rückblickende Darstellung eines ge­lungenen Handlungsverlaufes, um zielführende Aktionen und Entscheidungen zu identifizieren, die in jeder Volkshochschule in NRW praktiziert werden können.

Das Konzept bietet eine Einführung in die Methode. Darüber hinaus erfahren Sie, was tatsächlich dazu geführt hat, dass Rotkäppchen vom bösen Wolf gefressen wurde und warum „Nerds“ im Team für die Digitalisierung von Volkshochschulen auch hinderlich sein können. [Zum Konzept]

Autor Dr. Carsten Weiß (Dipl. Päd, Dipl.-Soz.Päd.)

Er ist Fachbereichsleiter für Beruf/IT und Digitalisierung an der Volkshochschule Oberhausen. Der Workshop basiert auf seinen Erfahrungen als Wissenschaftler im Bereich der drittmittel­finanzierten Projektevaluation und Organisationsforschung.

Das Konzept bietet die Möglichkeit, sich unter fachlicher Anleitung intensiver mit digitalen Grundkompetenzen und ihrer Anwendung & Vermittlung auseinanderzusetzen und die eigene Bildungsarbeit und Kursorganisation zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Wie wirkt sich die digitale Transformation der Gesellschaft und der Arbeitswelt auf die Arbeit der Volkshochschulen aus? Dabei geht es auch um unterschiedliche Perspektiven: Was ist für HPM wichtig? Was kann an Kursleitende weitergegeben werden? Und wie sieht der Bedarf bei den Teilnehmenden aus?

Kompetenzmodelle und -einstufungen wie der DigComp 2.2 oder der #Digitalcheck.NRW werden auf Bildungsplanung und –management bezogen und kritisch hinterfragt. Außerdem geht es darum, Ideen für die Kurs- und Zielgruppenanalyse zu entwickeln und zu diskutieren. Auch werden Methoden und Tools zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen und zum Lehren und Lernen in den Blick genommen.

Die Teilnehmenden der Fortbildung werden in unterschiedlichen Rollen adressiert: als Multiplikator*in für ihre Kursleitenden und als HPM mit Blick auf Reflexion, Programmentwicklung, Austausch und die eigenen digitalen Fähigkeiten.

Das Konzept ist als Teil des Train-the-Trainer-Angebotes des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW e. V. in der vhs.cloud verfügbar. Weitere Informationen zum Train-the-Trainer-Angebot finden sich hier.

Autorin Katharina Graner

Sie ist Programmbereichsleiterin für EDV | IT | Digital in Alltag & Beruf an der Volkshochschule Essen. Sie ist studierte Erwachsenenbildnerin und beruflich wie nebenberuflich zu digitalen Themen unterwegs – unter anderem zu kollaborativen Tools, digitalem Lehren und Lernen oder Medienkompetenz. Wichtig ist ihr, dass eine (digitale) Erweiterung der Lernwelt oder eine Kompetenzorientierung kein reiner Selbstzweck ist, sondern immer zuerst ein methodisches Ziel im Fokus steht, welches z. B. durch eine digitale Erweiterung und Kompetenzorientierung besser erreicht werden kann.

Ansprechpartner*innen
Anna Hutnik
Referat Digitalisierung
Themen

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