Das Verbundprojekt „Grundbildungsangebote vernetzen, individuelle Kompetenzen stärken“ kurz „GrubiKomNRW“ mit regionalem Schwerpunkt Herten hat seine Arbeit aufgenommen. Ende Januar 2025 luden Stefanie Dobberke, Leiterin der VHS Herten und Christine Fester, Studienleiterin der VHS Herten, gemeinsam mit dem Landesverband der Volkshochschulen von NRW e.V. zu einem ersten Netzwerktreffen in das Kaminzimmer der VHS Herten ein.
Ziel des Projekts ist es das Grundbildungsniveau in der Erwachsenenbevölkerung zu erhöhen. „Die Stadt Herten möchte gemeinsam mit Expertinnen und Experten vor Ort einen Beitrag dazu leisten, Menschen gezielt zu qualifizieren, um die individuellen Chancen der Menschen zu verbessern und perspektivisch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, erklärt Stefanie Dobberke. Hierzu wurden bspw. Vertreterungen der Beschäftigungsförderung und der Jugendberufshilfe eingeladen. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen des Jobcenters Herten, des AGORA Kultur- und Bildungszentrums, dem Haus der Kulturen, der Jugendberufshilfe JOKER und der rebeq GmbH fand ein erstes konstruktives Treffen statt mit dem Ziel, sich zu vernetzen und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu beraten.
Der Landesverband der Volkshochschulen von NRW e.V. ist Träger des Projekts und arbeitet in Kooperation mit dem Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. (BWNRW), verantwortlich für den Standort Herten, und mit Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V., verantwortlich für den Standort Oberhausen, zusammen.
In Herten liegt der Fokus auf jungen Erwachsenen mit Zuwanderungsgeschichte ohne (anerkannten) Schulabschluss. Perspektivisch soll der Grundbildungspfad auf geringqualifizierte Beschäftigte im Helfersegment ausgeweitet werden. Junge Erwachsene mit Zuwanderungsgeschichte, die keinen (anerkannten) Schulabschluss besitzen, stehen häufig vor erheblichen Herausforderungen beim Zugang zu Bildung und Qualifizierung. Eine zentrale Fragestellung des Projekts am Standort Herten ist daher, wie diese Zielgruppe gezielt unterstützt und auf ihrem Bildungsweg begleitet werden kann. Das BWNRW stellt dabei den Zugang zu Unternehmen her oder nutzt bestehende Kontakte, um diese Zielgruppe anzusprechen.
Ein bedeutender nächster Schritt innerhalb des Netzwerkes in Herten ist die Durchführung von Expert*innen-Interviews, um die Bildungsbedarfe der jungen Erwachsenen gezielt zu erfassen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Grundbildungspfade ein und dienen als Grundlage für passgenaue Beratungsangebote. Die nächsten Netzwerktreffen sind für Juni und November 2025 geplant.
Bis dahin wird parallel das Konzept des Grundbildungslotsen entwickelt. Dieser soll die Teilnehmenden individuell begleiten, sie auf ihrem Weg unterstützen und ihnen helfen, geeignete Bildungs- und Qualifizierungsangebote zu finden. Darüber hinaus hat der Grundbildungslotse die Funktion, drohende Bildungs- und Qualifizierungsabbrüche zu verhindern. Das Projekt wird im Rahmen der Alphadekade vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft von August 2024 bis Juli 2027.
Hintergrund
Für jeden achten Erwachsenen in Deutschland stellen Lesen und Schreiben erhebliche Herausforderungen dar; ein weiteres Drittel erreicht nicht die Lese- und Schreibkompetenzen, die mit dem Ende der Grundschule erlangt werden sollten. Die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung (Alphadekade) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat zum Ziel, das Grundbildungsniveau in der Erwachsenenbevölkerung zu erhöhen, indem die geringe Literalität in den betroffenen Zielgruppen verringert wird. „GrubiKomNRW“ ist Teil der Alphadekade – das Verbundprojekt entwickelt und erprobt Grundbildungspfade in den Kommunen Herten und Oberhausen.
